Mitstreiter/innen gesucht

Mrz 19th, 2013 | By | Category: Aktuell

Letzte Woche war ich nach langer, langer, langer Zeit mal wieder auf einem Konzert. Arbouretum aus dem schönen Baltimore gaben im Privat! ein nettes Stelldichein. Verrückter Laden, dieses Privat! Der ein oder andere kennt die Location, die unmittelbar neben dem Sonic Ballroom liegt, vielleicht unter Aetherblissement oder auch Club Scheiße – eine Art Wohngemeinschaft mit eigener Konzertfläche, wirklich abgefahren dieser Ort. Irgendwann während einer zwölf-minütigen Gitarrenorgie kam mir plötzlich der Gedanke, dass es jede Menge dieser unbekannten, genialen Bands gibt und  man so etwas feines ja durchaus mal des Öfteren machen könnte. Kurzum wurde ein Plan entwickelt, zu dessen erfolgreicher Umsetzung jedoch die Hilfe von einigen Wenigen erforderlich ist.

Sechs an der Zahl sollt ihr sein, nicht fünf und nicht sieben, die Acht scheidet völlig aus

Ihr wisst bestimmt wie das mit Vorsätzen so ist, sie sind schön und toll und überhaupt, nur mit der Umsetzung hapert es dann aus allen möglichen Gründen. Um der Erweiterung meines musikalischen Horizonts also nicht selbst von vorneherein im Wege zu stehen, muss ich mir die Sache so attraktiv und gleichzeitig schwer wie möglich gestalten. Am besten gelingt so etwas immer mit anderen Menschen und jeder Menge Regeln. Ich finde, dass man einmal im Monat ruhig ein Konzert besuchen kann, sind ja schließlich nur ein paar Stündchen, die man ansonsten vor seinem Rechner, der Glotze oder sonst wo hockt. Macht also zwölf Konzerte im Jahr. Zwölf Leute finden sich allerdings niemals, denn die meisten meiner Freunde/Bekanntschaften sind faule Hunde, die selbst zu bequem sind auf ´ne E-Mail mit ja oder nein zu antworten. Elf, zehn, neun, acht, sieben, ist alles nicht vereinbar mit der Anzahl der Monate, aber die Sechs, die passt hervorragend, Hin- und Rückrunde quasi, denn wenn man beim ersten Mal Scheiße ausgewählt hat, besteht beim Rückkonzert die Chance auf Reputation, perfekt! Mich eingeschlossen benötige ich also nur noch fünf Mitstreiter, FÜNF, das wird ja wohl machbar sein… Wird es aber bestimmt auch nicht, von daher lautet das absolute Minimum “Vier”. Vier Leute und drei Runden pro Jahr, auch nicht verkehrt. Wenn das allerdings nicht klappt, könnt ihr mich alle mal kreuzweise!

Die Vermeidung einer Ausnahme der Ausnahme erfolgt durch gezielte Organisation

Eben anrufen oder eine E-Mail schreiben, dann treffen und gut ist, das wäre was. Ist aber nicht so, es gibt immer einen, der irgendwie irgendwas irgendwo hat, will, kann, braucht oder auch muss. Damit das Kommando „Musikgenuss ohne Verdruss“, erfolgreich durchgeführt werden kann, bedarf es folglich eines klar strukturierten Reglements, bei dem erst gar keine Missverständnisse aufkommen können:

  1. Es wird (in diesem Beispiel mit sechs Leuten) gelost wer welchen Monat (Januar bis Juni) bekommt, danach erfolgt die „Rückrunde“, d.h. derjenige, der den Januar hatte, bekommt den Juli, derjenige mit Februar den August, usw.
  2. Das Limit für den Ticketpreis liegt bei 15 Euro plus eventuellen VVK Gebühren, damit scheiden „Musikgiganten“, die eh schon jeder kennt aus.
  3. Jeder hat sich sein Ticket selbst zu besorgen, Absprachen untereinander sind allerdings erlaubt.
  4. Die Veranstaltungen sind auf den Raum Köln beschränkt.
  5. Bei den Veranstaltungen muss es sich um Konzerte im klassischen Sinne handeln, das bedeutet es muss mindestens ein Instrument auf der Bühne gespielt werden.
  6. Ein Turntable ist KEIN Instrument, ein Computer auch nicht!
  7. Die Auswahl des jeweiligen Teilnehmers  ist stillschweigend zu akzeptieren, erst nach dem Konzert darf  negative Kritik geäußert werden.
  8. Um Terminstress zu vermeiden, müssen die anderen Teilnehmer drei Wochen vor Beginn des Konzertes über dessen Stattfinden bzw. die Auswahl dessen informiert werden. (Künstler, Ort, Datum, Uhrzeit)
  9. Wenn man die anderen mit seiner Wahl überraschen möchte, reichen zur Information auch Datum, Uhrzeit und Treffpunkt. Hierbei müssen logischerweise alle Karten vom jeweiligen Teilnehmer im Voraus gekauft oder durch das Eintragen auf einer Gästeliste der Zutritt gewährleistet werden.
  10. Wer absagt oder nicht erscheint muss den anderen Teilnehmern beim nächsten Konzert jeweils ein Bier ausgeben. (Ausnahme Jahresurlaub/Krankheit)
  11. Wer zweimal in Folge absagt oder nicht erscheint ist raus und hat mit öffentlichem Spott und Hohn in Form nie endender Beleidigungen auf www.(Name des Versagers).musikfanatiker.de zu leben.
  12. Nach einem Jahr ist das Projekt beendet und es beginnt ein neues. Wer weiterhin teilnehmen möchte, bleibt automatisch drin, die freien Plätze werden durch adäquaten Ersatz belegt.

Also Freunde, wer hat Lust auf Musik? Alles was ihr tun müsst, ist einmal im Monat euren lausigen Hintern von der Couch kriegen.  Begonnen wird im Mai, somit ist noch genügend Zeit für Auslosung und Wahl.

 

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