Musik der Neuzeit

Sep 6th, 2011 | By | Category: Aktuell

Als Musikliebhaber ist man ständig auf der Suche nach neuen, sensationellen Stücken, aber leider ist das heutzutage gar nicht mehr so einfach wie früher, denn mittlerweile wird leider fast nur noch diese elektronische Tanzmusik produziert. Was ist bloß geschehen mit der wunderbaren Welt der Musik? Ich glaube der Untergang der künstlerischen Zivilisation fing Anfang der Neunziger an, als dieser ganze Müll auf den Markt geworfen wurde und Begriffe wie „Rave“ oder „Mayday“ das Licht der Welt erblickten…

Marionetten werden vom Wind der Moderne leicht bewegt

Irgendetwas muss allerdings dran sein an der Musik der heutigen Zeit, denn schließlich hören Millionen von Menschen das Zeug, das tagtäglich im Radio hoch und runter läuft oder handelt es sich hier um nichts weiter als eine Ansammlung von Marionetten, die stupide das hört, was ihr quasi zum Fraß vorgeworfen wird? Hitler wurde damals schließlich auch von Millionen Menschen bejubelt und was daraus geworden ist, muss an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden. Demzufolge hören die Leute die Musik also womöglich einfach nur um dazuzugehören und aus Angst davor ansonsten ins Abseits zu geraten!? Keine schöne Vorstellung, aber andererseits zeigt uns die Realität tagtäglich, dass es so ist, denn wie kann man sich ansonsten dieses erbärmliche Fernsehprogramm erklären? Gefallen kann das keinem, der auch nur ansatzweise so etwas wie eine funktionierende Gehirnstruktur aufweist.

De gustibus non est disputandum

„Über Geschmack lässt sich nicht streiten.“ Erst Recht nicht mit Leuten, die keinen haben! Um der Sache auf den Grund zu gehen, muss man allerdings wissen wovon man redet, also bleibt einem nichts anderes übrig, als sich die Musik anzuhören und zu hoffen, dass ja vielleicht doch noch eine Art Hoffnungsschimmer am Musikhimmel auftaucht. Nehmen wir uns also ein wenig Zeit und versuchen unser Glück mit der aktuellen (4.9.2011) Top 100 Charts aus Deutschland, mir graut es jetzt schon davor.

charts

Beginnen wir mit den ersten 25 Songs, mal schauen… Auf den ersten Blick sieht das schon ziemlich mies aus und mir fällt auf, dass dieser David Guetta anscheinend der Renner sein muss wenn er es gleich dreimal unter die besten 25 schafft.

1-25

  1. Kenn ich überhaupt nicht den Knilch. Play: Aha, aha, aha… Singt wie ´ne Frau…  Vorspulen, vorspulen, vorspulen… Oh mein Gott, das kann ja nicht wahr sein!? Dieser Song ist also momentan ernsthaft der beliebteste? Ich weiß nicht ob ich weinen oder kotzen soll… Nächster Song:
  2. Okay, also wenn ich mit Freunden total besoffen und zugekokst auf ´nem fetten Motorboot über’s Mar Menor brettern würde und vier bis zwölf Nutten mit an Bord wären, könnte mir das vielleicht gefallen, aber wer hat so was schon?
  3. Dieses „feat.“ ist in über 90% der Fälle ein klares Zeichen dafür, dass es sich hierbei um Schrott handelt. Und was soll ich sagen, zu Recht. Zehn Sekunden reichen schon um mich zu überzeugen!
  4. Aha… Die Bootnummer wieder, nur um einiges schlechter!
  5. Geigenmusik, okay… Wat is‘ dat, so ´ne Art „Aushilfs“  -Xavier Naidoo? Nä!
  6. Welcome to St. Tropez, genau! Die sollen da ja ´nen schönen Knast haben, hab ich neulich gehört.

Ich hab‘ jetzt schon keinen Bock mehr auf den Scheiß und bin erst bei Nummer sechs angekommen aber jetzt kommt ja der Burner und Megastar David Guetta, den zieh ich mir noch rein… Play: Aha, schönes Gitarrengezupfe… Schade, nach 14 Sekunden wird’s  scheiße. Jetzt kommt der Pitbull, wuff… Schrott…

9, 10, 11, 12, 13, 14, alles der gleiche Einheitsbrei, wie schrecklich.

15: Diese Adele singt den ersten Song, bei dem ich sagen würde, na ja, nix besonderes, aber wenigstens irgendwie musikalisch und man kann’s sich anhören.

Brooke Fraser, ich weiß ja nicht.. und das danach ist ja wieder mal das Paradebeispiel für deutsche Weichflötenmusik, ich hasse diesen Mist! Weiter geht’s: Scheiße, Kacke, Mist, Muahaha… Ich brech zusammen… Was bitte ist denn „Jona Vark“ von „Gypsy & the Cat“ für ein Ding? Grööööööööl… Geht ja wohl gar nicht!!!

Oh, Snoop Dogg kommt jetzt, den fand ich früher nicht schlecht… Das hier ist allerdings grausig, dieser verfluchte David Guetta wieder.

24. Caro Emerald geht ja noch wenn man mal von diesem grottigen Refrain absieht, der leider das ganze Lied versaut.

Nummer 25 und vorerst das letzte Stück, bevor ich mich mit `ner Runde „Chop Suey“ von „System Of A Down“ wiederbeleben muss, kommt von Andreas Bourani, aha… Sagt mir auch wieder nix. „Und das ist alles nuuur in meinem Kopf…“ Heiliger Bimbam, klar, dass da kein Platz mehr für andere Sachen drin ist, bei dem Gesülze. Alles Geld der Welt verbrennen, hört, hört, ein kleiner Revolutionär. Sollte vielleicht erst mal welches verdienen der Idiot! Bis jetzt konnte mich nicht ein einziges Lied überzeugen, aber ich habe ja „zum Glück“ noch 75 weitere vor mir, yippiediduda!!!

26-75

Bis zur 31 musste ich mich mindestens drei Mal Übergeben aber Bruno Mars geht ja dann zum Glück doch noch. Mit so `ner Nummer kann man auch nie was falsch machen, die plätschert ganz easy daher, fällt kaum auf und tut nicht weh.

Bag Raiders kenn ich doch irgendwoher, hmmm… Ist das nicht aus ´ner Werbung? Klingt ein bisschen wie früher dieser Krempel rund um Wolfsheim & Co. Leider ist der Refrain auch wieder total ätzend…

33. Milow, ja ne, is klar, tschüss…

Die Peppers, aha! Die hatten durchaus bessere Stücke, aber das gefällt.. Bis, ihr ahnt es schon, auf den Refrain… Was ist denn da bloß los, kann niemand mehr vernünftige Musik machen? Gerade so ein Refrain, der durch das ganze Lied geht wie ein roter Faden, muss sitzen…

Casper, Inna, Coldplay: Mies!

ZAZ, eeeendlich mal was gutes, kenn ich aber schon längst und ich kann nur hoffen, dass ihr der Rummel nicht zu Kopf steigt und sie danach dem Kommerz verfällt.

Weiter geht’s mit jeder Menge nichtssagendem Zeug, die Nummer 43 gefällt mir aber irgendwie, verdammt! Bin ich etwas nach knapp über 40 Songs bereits mit dem „Gedudel“ -Virus infiziert? „It’s not about the money, money, money…“ Klasse Ohrwurm und wie bereits von Bruno Mars so ´ne Art “Easy listening” –Nummer, die man bei Sonnenschein auf der Autobahn hören kann wenn’s in den Urlaub geht.

44. Also Lenny Kravitz war auch mal besser, das Ding geht echt gar nicht…

„The bomb“ von „Pigeon John“ klingt irgendwie leicht nach so ´nem „Chaingang“ –Song, die ich ja teilweise nicht schlecht finde. Hmmm… ich bin mir unsicher…

Okay, der Rest ist erneut ungenießbar, sparen wir uns das weitere Kommentieren.

halbzeit

50 Songs angehört und nichts gefunden, das man besonders hervorheben müsste. Wenn ich mir die nächsten 25 Songs anschaue ahne ich bereits, dass da auch nichts kommen wird denn Interpreten wie Mickie Krause, Xavier Naidoo oder Britney Spears sprechen ganz klar für schlechte Musik.

51-75

Miriam Makeba und „Pata Pata“ aus dem Jahr 1967, unglaublich… Ein bisschen Beat hinter gelegt, ein bisschen was gerappt und das Ding ist in den Charts, hahaha…

54. Klee geht ja wohl gar nicht… und was jetzt kommt ist mir bis heute ein Rätsel, es geht um Paul Kalkbrenner, der irgendwie was an sich haben muss, denn bei Facebook sehe ich jeden Tag mehr und mehr Leute, denen dieser Typ „gefällt“ Mal reinhören… Okay… verstehe… Langweiliges, eintöniges Gedudel untermalt mit eintönigem Gesang, passt in diese Zeit, gefällt mir aber kein bisschen!

56, 57: Pfui!!!

58. Xavier Naidoo… XAVIER NAIDOO!!! Ich HASSE Xavier Naidoo und seine Bibberstimme, die immer so dermaßen schmierig übertrieben traurig und nachdenklich klingt. Ich würde sofort um 1000,- Euro wetten, dass, (vorausgesetzt sie würden existieren) schwule, singende Eichhörnchen sich exakt wie Xavier Naidoo anhören würden. Rettet die Wale, rettet die Kinder, Rettet den Regenwald und rettet die verkackte Liebe. Rettet die Welt vor Xavier Naidoo, dem Inbegriff einer Schmierwurst!

59. „Grenade“ ist auch von Bruno Mars? Jetzt kann ich den Typen nicht mehr leiden, so ein Kacklied.

„Cassandra Steen“ könnte zusammen mit Tim Bendzko (Platz 5) und Xavier Naidoo zusammen singen, wäre bestimmt das schmierigste Lied des Universums und somit einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde wert.„White Apple Tree“ muss keine Angst vor dem Tod haben, denn wenn die Jungs verrecken sollten, kann „Bag Raiders“ (die Nummer 32 von vorhin) einfach die Songs übernehmen, klingt alles gleich der Scheiß! Wahlweise natürlich auch andersrum, das ist das gute an dem Konservenkram…

Wow, das ging ja fix, so viel schlechtes Zeug, da bin ich doch ruckzuck bei der 75 angekommen, Unheilig! Schmieriger Text, ein bisschen was auf düster gemacht, Kinderchor im Hintergrund, fertig ist das „Kunstwerk“.  Kann man mögen, muss man aber nicht…

Der Anfang vom Ende

Nur noch 25 Lieder und ich hab’s tatsächlich geschafft mich durch die Top 100 zu hören, was für eine Qual. Schauen wir also schnell, was uns erwarten wird:

76-100

Also die meisten der Namen habe ich eben schon mal gelesen, spitzenmäßig, das werden mir ja ein paar Kracher werden. „Haudegen“ ist wenigstens ein origineller Name, vielleicht können die ja was…

„Auletta“ klingt wie ein billiger Abklatsch von den mittlerweile nicht mehr guten Ärtzen und „Stay“ von „Hurts“ ist wieder so ´ne Schmierlappennummer.

80. Haudegen! Pruuuust… Zwei tätowierte Brocken auf dem Cover und dann so ´ne Kacke… „Ich hab dich so sehr vermisst…“ Grausam! Da hab ich mir aber was ganz anderes drunter vorgestellt. Aber das Cover ist es mir wert bei youtube kurz auf die Suche nach mehr zu gehen. Okay… Die Böhsen Onkelz der Neuzeit oder was, braucht kein Mensch!

83. Ha, Israel Kamakawiwoʻole, der fette Hawaiianer, wat macht der denn in den Charts mit diesem uralten Stück? Muss ich nicht verstehen oder?

Ist dieses „Born this way“ von Lady Gaga vielleicht geklaut oder gecovert, kommt mir irgendwie verdammt bekannt vor der Refräng! Ist aber dennoch nichts tolles, geschweige denn besonderes… Samy Deluxe fand ich schon immer kacke und „Die Atzen“ sind der größte Scheiß, den ich je gehört habe. Alles andere ist auch Schrott und zack, fertig…

ziel

Das war’s, geschafft! Schauen wir also auf die 100 Songs zurück… Tja… Am besten noch mal kurz in die wenigen Stücke reinhören, die so halbwegs erträglich waren, Moment… 15, 31, 34, 38, 43, 45, 83

Sieben Lieder von sage und schreibe 100 Songs, also wenn das keine erbärmliche Ausbeute ist…Und die sind nicht mal richtig gut (bis auf ZAZ) sondern einfach nur gerade so anhörbar. Bleibt dem musikverwöhnten Nonkonformisten wie mir also weiterhin nur der nächtliche Gang in dunkle Spelunken und die Hoffnung darauf, dass dort jemand hinter dem Mischpult steht, der genauso empfindsame Ohre hat wie ich.

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